Auch hier finden wir einen Ort vor, der sich zum Schutz in ein kleines Tal hineingearbeitet hat. Diesmal ist es der Schindelbach, der die Besiedlung gestattet. Von vielen Punkten aus, rund ums Dorf, sind tatsächlich nur die beiden Kirchtürme zu erblicken. Mörsfeld verschwindet dann regelrecht im Getreide.
Der ständige Begleiter im Hintergrund ist der Wald, rheinhessischer Wald wohlgemerkt. Denn das Dorf als nördlichste Gemeinde ragt wie ein Sporn in den Landkreis Alzey-Worms hinein. Viele seiner Nachbarn sind Rheinhessen, so Tiefenthal, Stein-Bockenheim, Wendelsheim und Niederwiesen.
Der Namensgeber des Ortes könnte ein Siedler namens Moro gewesen sein. Auch hier waren zunächst die Raugrafen als Herrschaft zuständig, seit dem 15. Jahrhundert dann die Kurpfalz. In diese Zeit fällt die Verwüstung des Dorfes im Bauernkrieg.
Die evangelische Kirche mit dem spitzen Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sie liegt "unten" im Dorf, erreichbar über einen lindengeschmückten Treppenaufgang. Die verhältnismäßig junge katholische Kirche, 1910 entstanden, steht vorsichtshalber deutlich erhöht an der Stein-Bockenheimer Straße. Diese Vorsorge ist berechtigt, denn ihre Vorgängerin wurde vor neunzig Jahren bei einem Unwetter von den Wassermassen, die sich durchs Dorf wälzten, regelrecht hinweggeschwemmt.