Die moderne katholische Kirche haben wir direkt vor uns, wenn wir von Orbis auf einem der Waldwege ins Dorf hinunterlaufen. Wald übrigens, wohin wir auch blicken. Oberwiesen ist auf allen vier Seiten von ihm umgeben, wenn er auch fast gänzlich zu "fremden" Gemarkungen gehört. Wanderwege in alle Himmelsrichtungen.
Und lauschige Bachläufe. Durch den Ort hindurch zieht sich der Wiesbach, der sich nach Rheinhessen begibt und in einem weiten Bogen der Nahe zufließt. Diese Lage im Talgrund bringt es auch mit sich, daß alle Verbindungsstraßen wieder hinausklettern müssen: nach Kirchheimbolanden, nach Kriegsfeld und Alzey.
Als Rodungsinsel ist Oberwiesen im Mittelalter entstanden und befand sich im Besitz der Herren von Bolanden, später der Herrschaft von Nassau-Weilburg in Kirchheim. Als Arbeitgeber haben Steinbrüche eine Rolle gespielt. Etliche unverputzte Sandsteinhäuser zeigen das noch an. Heute wird eine solche Naturfassade wieder sehr geschätzt. Mitunter holt man den Stein wieder unter dem Putz hervor. Auch die evangelische Kirche, die wir ganz links zu sehen bekommen, hat dieses Naturgemäuer.