Expert Recruiting
Stellenangebote Berufsfelder Arbeitgeber für Arbeitgeber Impressum
Muthesius Kunsthochschule

Muthesius Kunsthochschule
Vollzeit, Teilzeit
Kiel
Jetzt bewerben

An der Muthesius Kunsthochschule ist im Bereich Kommunikationsdesign zum nächstmöglichen Einstellungstermin die

Professur „Kulturelle Praxis“ für Kommunikationsdesign (w/m/d)

(W2 SHBesO)

zu besetzen.

Die Muthesius Kunsthochschule ist die einzige Kunsthochschule des Landes Schleswig-Holstein. Sie bietet Studiengänge in den Bereichen Raumstrategien, Kommunikationsdesign, Industriedesign, Freie Kunst sowie das Lehramt Kunst an Gymnasien in Kooperation mit der Christian- Albrechts-Universität zu Kiel für insgesamt ca. 640 Studierende an. Die Hochschule zeichnet sich außerdem durch das Zentrum für Medien, das Institut für Kunst-, Design- und Medienwissenschaften sowie eine Vielzahl von Werkstätten aus.

Wir suchen eine Persönlichkeit, die mit lebendiger Neugier, fundiertem Wissen und eigener Erfahrung im Umgang mit künstlerischen Ausdrucksformen (Literatur, Bildende und Angewandte Kunst, Tanz, Musik, Film u. a.) zu begeistern vermag. Die Professur richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die sowohl zeitgenössische Erscheinungsformen kulturellen Schaffens als auch deren Ursprünge, Quellen und Traditionslinien kennen, lieben und in ihrer Lehre wie Forschung aktiv lebendig halten.

Diese Professur erprobt kulturelle Praxis nicht als theoretische Disziplin, sondern als eine Form des Weltbezugs, eines tätigen Sich-zur-Welt-Verhaltens, die über unmittelbare Begegnung geschieht: im Lesen von Primärtexten, im Erproben von Editionspraktiken, im Besuch von Ausstellungen, Archiven und Bibliotheken, im Hören von Musik, im Erleben von Tanz und Film. Gesucht wird daher eine Person, die diesen Zugang zu kultureller Bildung nicht nur selbst lebt, sondern ihre Begeisterung als Erfahrung und Haltung auf offene, neugierige Weise an Studierende weitergibt – im Dialog, im Austausch, im gemeinsamen Tun, Denken und Erleben. Im Mittelpunkt steht das Erfahrungswissen – auch der künstlerischen Forschung – das sich in Handgriffen, Verfahren und Formen ausdrückt, ohne explizit erklärt zu sein. Kulturelle Praxis bedeutet hier das wirkliche Tun – eine Arbeit an der Welt, die sich über Körper, Stimme, Medium und Geste vermittelt.

Kulturelle Praxis wird in einer offenen, pluralen Perspektive verstanden, die unterschiedliche kulturelle Kontexte, Wissensformen und ästhetische Traditionen berücksichtigt. Der Begriff der Kulturgeschichte ist dabei nicht kanonisch verengt, sondern umfasst neben etablierten Referenzen ausdrücklich auch nicht-kanonische und transkulturelle Wissens- und Ausdrucksformen; unterschiedliche Bildungs- und Erfahrungshintergründe werden als produktive Ressource für Lehre und Forschung begrüßt.

Diese Ausschreibung wendet sich daher an Persönlichkeiten, die kulturelle Erfahrung als ein tätiges Erkennen begreifen, auch gegen den Strom der Zeit – jenseits kurzfristiger Verwertungs- und Aufmerksamkeitszyklen. Erwartet wird die Bereitschaft zu interdisziplinärer Zusammenarbeit, zu projektbezogener Lehre und forschendem Lernen sowie zur aktiven Mitgestaltung einer kulturorientierten, künstlerischen Gemeinschaft. Aufgaben sind die Betreuung von Studierenden in der Konzeption, im Entwerfen und in der Realisierung von Projekten auf Bachelor- und Masterniveau sowie die Mitwirkung an der Weiterentwicklung des Studiengangs, auch im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen und der Hochschulstruktur.

Kulturelle Praxis soll dabei das Arbeiten mit dem lebendigen Material der Kunst- und Kulturgeschichte – mit Literatur, Fotografie, Film, Zeichnung, Malerei, den Bühnenkünsten ebenso umfassen wie mit den neuen Medien und Ausdrucksformen der populären Kultur. Im schöpferischen Umgang mit diesem vielstimmigen Fundus sollen Ergebnisse, Situationen und Erlebbarkeiten entwickelt werden, die, mit Mobilität zwischen den Medien, zwischen Materialität und Medienwandel „Menschenmögliches“ in einer kulturellen Praxis sinnlich erfahrbar machen.

Die Lehre soll Raum schaffen für Bildung im ursprünglichen Sinn – als Gestaltwerdung, Reifung, Entwicklung und Selbstformung. Bildung wird hier verstanden als ein Weg zur inneren Gestalt, zur schöpferischen Entfaltung des Einzelnen im Dialog mit dem kulturellen Erbe und aktuellen wie historischen Ausdrucksformen. Die Professur legt dabei besonderen Wert auf Tiefe statt Oberfläche, auf das Originäre statt des Sekundären, auf das Wissen um Urheberschaft und Kontext.

Die Lehre zeichnet sich dabei durch Begeisterungsfähigkeit, Tiefgang und gestalterische Präsenz aus. Sie eröffnet den Studierenden vielfältige Wege zu einer umfassenden Wahrnehmung kultureller Weltzusammenhänge, indem sie materielle Werke und deren ästhetische und historische Dimensionen in einem lebendigen Dialog vermittelt. Ziel ist es, nicht nur Brücken zu schlagen zu den vorhandenen gestalterischen Disziplinen, sondern deren Vielfalt auch erfahrbar, gestaltbar und verwendbar zu denken – und zu tun.

Ihr Hintergrund könnte z.B. eine Tätigkeit sein in Feldern wie Kuratierung, Regie und Inszenierung, Kulturmanagement, Künstlerische Publizistik, und auch anderen Gattungen der bildenden und gestaltenden Künste.

Ihre Bewerbung soll ein Lehrkonzept enthalten, aus dem die Grundzüge Ihrer möglichen Lehre hervorgehen. Entwerfen Sie im Rahmen Ihres Lehrkonzeptes auch ein Beispiel für eine Kurseinheit, bei der ein zentrales Werk der Kulturgeschichte thematisiert und dadurch ein künstlerisch-kulturelles Wissen aktiviert wird. Wie begeistern Sie die Studierenden?

Im Sinne der Internationalisierung wird die Fähigkeit vorausgesetzt, eigene Lehrveranstaltungen bei Bedarf auch in englischer Sprache abzuhalten.

Die Mindesteinstellungsvoraussetzungen nach § 61 Abs. 1-3 oder ggf. Abs. 5 des Hochschulgesetzes des Landes Schleswig-Holstein (HSG) müssen erfüllt werden. Auf die Vorschriften des Abschnitts 6 des HSG, insbesondere eine mögliche Befristung gemäß § 63 Abs. 1 oder 2 HSG, wird hingewiesen.

Die Stelle ist grundsätzlich teilbar. Bei Teilzeit erfolgt die Anstellung im Beschäftigtenverhältnis und wird außertariflich analog der Besoldungsgruppe W2 vergütet.

Die Muthesius Kunsthochschule setzt sich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein und prüft, ob freie Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen, insbesondere mit bei der Agentur für Arbeit arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldeten schwerbehinderten Menschen, besetzt werden können. Personen mit einer Schwerbehinderung und ihnen Gleichgestellte werden bei gleichwertiger Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Wir möchten die Vielfalt der Biographien und Kompetenzen an der Muthesius Kunsthochschule fördern. Deshalb begrüßen wir Bewerbungen, unabhängig von Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion und Weltanschauung, Alter sowie sexueller Identität.

Ausdrücklich begrüßen wir es, wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund bei uns bewerben, gleiches gilt für Menschen mit Kenntnissen in niederdeutscher, friesischer oder dänischer Sprache.

Wir streben in allen Beschäftigtengruppen eine chancengleiche Beteiligung von Frauen an. Daher werden Frauen im Falle einer Unterrepräsentation bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.

Auf die Vorlage von Lichtbildern/Bewerbungsfotos verzichten wir ausdrücklich und bitten daher, hiervon abzusehen.

Ihre aussagekräftige Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (mindestens Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse sowie ein aussagekräftiges Portfolio mit Beispielen aus Ihrer bisherigen Tätigkeit, die ihre Eignung nachweisen. Das könnten beispielsweise zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland sein, Texte und andere Veröffentlichungen, materielle Werke, kuratorische und publizistische Tätigkeiten.) in einem pdf-Dokument reichen Sie bitte bis zum 26.04.2026 vorzugsweise in elektronischer Form über das Bewerbungsportal auf der Homepage der Muthesius Kunsthochschule unter: ein. Bei Bewerbungen in Papierform bitten wir um die Übersendung von Kopien, da die Bewerbungsunterlagen nicht zu-rückgesandt werden.

Ihre personenbezogenen Daten werden zur Durchführung des Bewerbungsverfahrens auf der Grundlage des § 85 Absatz 1 des Landesbeamtengesetzes und § 15 Absatz 1 des Landesdaten-schutzgesetzes verarbeitet. Weitere Informationen können Sie unseren Datenschutzbestimmun-gen entnehmen.

In fachlichen Rückfragen steht Ihnen Dr. Melanie Leßmann zur Verfügung unter lessmann[at]muthesius.de.

Muthesius Kunsthochschule, Das Präsidium, Legienstraße 35, 24103 Kiel