Altersstufe ab Klasse 7, in der Oberstufe mit konzeptueller und reflexiver Ebene
Genre Experimenteller Film / Medienkunst
Ein Workshop zur künstlerischen Auseinandersetzung mit Identität im digitalen Zeitalter. Mit einfachen Mitteln erstellen Schüler*innen persönliche filmische Selbstporträts – inspiriert von Essayfilm, Found Footage und Voice-Over. Medienkompetenz trifft Selbsterfahrung.
ab Klasse 7, in der Oberstufe mit konzeptueller und reflexiver Ebene
Die Schüler*innen erfahren, dass künstlerisches Arbeiten nicht mit fremdem oder teurem Material beginnt, sondern mit dem Blick auf das bereits Vorhandene. Sie lernen das eigene digitale Bildarchiv als unkontrolliertes, ehrliches Dokument ihrer Wahrnehmung zu lesen – und es gezielt als künstlerisches Rohmaterial einzusetzen. Dabei entwickeln sie ein Grundverständnis für filmische Montage, für die Wirkung von Bild und Ton sowie für die Frage, wie Erinnerung konstruiert wird. Zugleich erhalten sie einen authentischen Einblick in die künstlerische Praxis des experimentellen Films und der Medienkunst.
Jeder Schülerin trägt täglich hunderte Bilder und Videos mit sich – unbeabsichtigt gesammelt, selten wirklich angeschaut. In diesem Workshop wird dieses persönliche digitale Archiv zum Ausgangsmaterial einer künstlerischen Untersuchung.
Inspiriert von der Methode des Found Footage – einem zentralen Verfahren des experimentellen Films – sichten die Schüler*innen ihr eigenes Bildmaterial und wählen Fragmente aus, die sie ansprechen, irritieren oder überraschen. Aus diesen Fragmenten entwickeln sie eine filmische Arbeit, die eine persönliche oder gesellschaftliche Frage stellt: Was erinnere ich, was vergesse ich? Wem gehören meine Bilder? Was zeigen sie, ohne dass ich es beabsichtigt habe?
Die technische Umsetzung erfolgt mit Smartphones und kostenloser Schnittsoftware (z. B. CapCut, iMovie oder DaVinci Resolve), die auf schuleigenen Geräten oder den Geräten der Schüler*innen installiert wird. Der künstlerische Prozess steht im Vordergrund – nicht die technische Perfektion.
Die Workshopleiterin ist Medienkünstlerin und Filmemacherin mit internationaler Festivalerfahrung (u. a. Cannes, Ann Arbor, Dresden) sowie ausgebildete Kunstlehrkraft. Sie begleitet die Schüler*innen durch alle Phasen: von der Materialrecherche über die Konzeptentwicklung bis zur Abschlusspräsentation.
(3-5 Tage, Ablauf exemplarisch für 5 Tage)
Tag 1 – Sehen lernen
Einführung in Found Footage und experimentellen Film (Kurzbeispiele). Sichtung des eigenen Bildarchivs. Erste Auswahl von 5–10 Fragmenten. Kleine Montageübung: 3 Bilder, 1 Frage.
Tag 2 – Konzept entwickeln
Entwicklung einer individuellen oder kollektiven filmischen Frage. Strukturierung des Materials. Beginn des Rohschnitts.
Tag 3 – Ton und Stille
Auseinandersetzung mit Ton als Gestaltungsmittel: Stille, Originalton, gefundener Ton. Weiterarbeit am Schnitt.
Tag 4 – Feedback und Überarbeitung
Gegenseitige Werkschau in der Gruppe. Strukturiertes Feedback. Überarbeitung der Arbeiten.
Tag 5 – Präsentation und Reflexion
Abschlusspräsentation der fertigen Filme. Gespräch über künstlerische Entscheidungen und Berufsfeld Medienkunst. Dokumentation des Prozesses.